Über 1000 Km nonstop im Handbike, nach Möglichkeit in unter 42 Stunden die Challenge abzuschließen, das ist die selbst gestellte Aufgabe. Nicht nur einfach als One-Man-Show und Weltrekordversuch geplant, sondern als Happening, bei dem die Bevölkerung mit ins Boot geholt werden soll.

Gelebte Inklusion – Sportler mit und ohne Behinderung arbeiten gemeinsam an einem Ziel…, das war der Plan.

In Niedersachsen ist dieser Plan gescheitert, die notwendige Genehmigung wird nicht erteilt. Ein halbes Jahr Vorbereitung und Organisation, ausgerichtet auf den Landkreis Cloppenburg, war damit völlig umsonst. Die Enttäuschung bei allen Beteiligten ist groß. Zwei Landesbeamte bezeichnen das Vorhaben als Straßenrennen und nicht als das, was es ist – eine eigentlich genehmigungsfähige Radsport-Veranstaltung.


Bis hier hin ist viel Zeit verschwendet worden..., Zeit in der man sich eigentlich ohne Ungewissheit und Ärger mit einem „freien Kopf“ auf die Herausforderung vorbereiten müsste. Nachdem die Genehmigung für die letztjährige Challenge - die 300 Km Tour von Cloppenburg nach Kappeln an der Schlei - erst 4 Tage vor dem Start offiziell erteilt wurde, wollte..., nein muss ich für die neue Challenge deutlich eher Gewissheit haben. Nichts ist schlimmer, als sich auf „blauen Dunst“ mit einem sehr harten Training auf etwas vorzubereiten, was am Ende eventuell nicht stattfinden darf.


Niedersachsen hat ein klares NEIN signalisiert, es wird keine Genehmigung geben! Ein Richtungswechsel ist nicht erkennbar. Damit hat sich jetzt das Zeitfenster geschlossen, in dem das Vorhaben 2016 noch durchführbar ist. Die verbleibende Zeit ist für eine optimale Vorbereitung mittlerweile zu gering, auch die Temperaturbedingungen sind zu einem späteren Zeitpunkt, besonders in den Nachtstunden, dann eher nicht mehr passend.


Lange Rede – kurzer Sinn..., den Rest des Jahres 2016 werde ich jetzt damit verbringen, mich in Ruhe auf die Durchführung der Challenge im Frühjahr 2017 vorzubereiten und gleichzeitig das gesamte Vorhaben von Grund auf neu ausrichten. Wieder mindestens 6 Monate Arbeit vor der Nase, aber die Challenge wird dann in Schleswig-Holstein im Umland von Kappeln an der Schlei stattfinden. Oben im Norden will man die Auffassung der Niedersachsen nämlich nicht teilen, man bietet mir umfassende Unterstützung an und sieht das Vorhaben als Gewinn für die gesamte Region. Mit Stolz werde ich meinen Einsatz nun in Schleswig-Holstein, für meine alte Heimat Kappeln bringen und mich auf ein großes Happening freuen, bei dem Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam an einem Ziel arbeiten. Gelebte Inklusion eben...

Und damit sage ich dann...: Tschüss Niedersachsen und Moin Moin Schleswig-Holstein!

 

 

Nachtrag 15.04.2016:
Nur einen Tag, nachdem ich meine Entscheidung für Schleswig-Holstein öffentlich bekanntgegeben habe, kam aus der Landesbehörde in Hannover eine Aufforderung per Mail, die Antragsunterlagen einzureichen, damit das Anhörungsverfahren gestartet werden kann. Nun soll es also auf einmal doch kein illegales Straßenrennen mehr sein, als das mein Vorhaben vorher vehement betitelt wurde?? Ich komme mir regelrecht ver..…. vor!

Sorry Niedersachsen..., meine Entscheidung steht – ich fahre jetzt in Schleswig-Holstein!!